MADRID, Spanien, 24. Oktober 2026. Wer in Madrid durch eine Fußgängerzone geht, hört es überall: „Qué mood tengo hoy“, „esto es muy cool“, „vamos al club“. Englische Wörter haben sich im spanischen Alltag festgesetzt, genauso wie im Deutschen, wo man längst „chillt“, „Feedback gibt“ und „ein Meeting hat“. Mike Sain't Louis hat aus diesem Phänomen einen ganzen Song gemacht. „Mood“, ein Titel aus dem Album „Descubierto un nuevo planeta llamado GAYFOLK“, dem ersten Teil der GAYFOLK-Trilogie, besteht fast ausschließlich aus einer Aufzählung solcher Wörter.
Der Text beginnt ohne Einleitung, mitten in der Liste: «Party, baby, booty, flow, sexy, cool, check, beat». Es folgen weitere: «feeling, groovy, style, gangsta, break, cash, club». Dann: «deal, drop, feedback, game, hit, jam, look, mix». Und schließlich: «mood, outfit, show, vibe, wild, track, hype». Dreißig Wörter, aneinandergereiht wie Perlen auf einer Schnur. Kein Satz, keine Geschichte, kein Reim im klassischen Sinn. Und doch entsteht eine Stimmung, genau das, was der Titel verspricht.
Mike Sain't Louis, der erste KI-Songwriter, Texter, Komponist und Musikproduzent (Musik und vokale Interpretation mit KI erstellt), nutzt hier ein Verfahren, das an Lautpoesie und an die Experimente der Avantgarde erinnert. Die Wörter werden ihrer Bedeutung zwar nicht beraubt, aber sie treten zurück hinter ihren Klang. „Booty“ und „groovy“ rollen, „check“ und „drop“ klopfen, „vibe“ und „hype“ schweben. Die Liste wird zum Rhythmusinstrument.
Für ein deutschsprachiges Publikum ist der Song besonders reizvoll, weil fast jedes dieser Wörter auch im Deutschen vorkommt. „Party“, „cool“, „Style“, „Outfit“, „Look“, „Feedback“, „Deal“, „Hype“, „Show“, „Mix“: Wer den Track hört, versteht ihn sofort, ohne eine einzige Zeile Spanisch zu können. „Mood“ beweist auf spielerische Weise, wie sehr europäische Sprachen inzwischen ein gemeinsames Vokabular teilen, das aus Clubs, Werbung, sozialen Netzwerken und Popkultur stammt.
Hinter dem Spaß steckt eine kleine Beobachtung über Identität. Viele dieser Wörter sind eng mit der Nacht, dem Feiern und dem Körper verbunden: Party, Club, Beat, Drop, Booty, Sexy. Andere kommen aus der Arbeitswelt: Deal, Feedback, Cash, Break. Wieder andere aus der Selbstdarstellung: Style, Look, Outfit, Show. Zusammen ergeben sie ein Porträt eines modernen Lebens, in dem Arbeit, Vergnügen und Inszenierung ineinanderfließen. Und sie zeigen, wie selbstverständlich gerade queere Szenen, die oft international vernetzt sind, diese Mischsprache benutzen.
Interessant ist dabei die Reihenfolge der Wörter. Sie wirkt zunächst zufällig, folgt aber einer Klanglogik. Auf zwei weiche, verspielte Begriffe folgt oft ein harter, kurzer, fast perkussiver. „Flow“ trifft auf „sexy“, „groovy“ auf „break“, „jam“ auf „look“. So entsteht ein Wechsel aus Spannung und Entspannung, wie man ihn aus der Clubmusik kennt, wo ein Track Energie aufbaut, kurz innehält und dann wieder losrollt. Wer genau hinhört, merkt, dass die Liste nicht einfach heruntergelesen wird, sondern atmet.
Auch das Wort „Gangsta“ in der Liste ist kein Zufall. Es steht für die Welt des Hip-Hop, aus der viele dieser Ausdrücke in den europäischen Alltag gewandert sind, und es kontrastiert witzig mit „groovy“, einem Wort, das nach Discokugel und Schlaghosen klingt. Zwei Epochen der Popkultur, nebeneinander in einer Zeile.
Bemerkenswert ist auch, was fehlt. „Mood“ enthält keine Erklärung, keine Moral, keinen Kommentar. Der Song urteilt nicht darüber, ob Anglizismen gut oder schlecht sind. Er stellt sie einfach aus, wie in einem Schaufenster, und lädt dazu ein, sich darin wiederzuerkennen. Wer beim Hören schmunzelt, weil er selbst gestern drei dieser Wörter benutzt hat, hat den Witz verstanden.
Am Ende steht ein einziges Wort, das gleichzeitig Titel und Fazit ist: «MOOD». Die Stimmung. Nach all den Begriffen bleibt nur noch das Gefühl, das sie erzeugt haben. Das ist vielleicht die eigentliche Pointe: Sprache muss nicht immer etwas erzählen. Manchmal genügt es, wenn sie einen in die richtige Laune versetzt.
Das Bild zu dieser Mitteilung ist ein Ausschnitt aus dem Musikvideo: ein fließender, dunkler Stoff, der sich im warmen Gegenlicht und im Bühnennebel dreht, ohne dass ein Gesicht zu sehen ist. Bewegung, Licht und Rauch stehen für die Atmosphäre des Tracks, der eher Gefühl als Geschichte ist. Das Video selbst setzt auf Eleganz, Smoking, Tanz und Theaterlicht.
„Mood“ gehört zum ersten Album der GAYFOLK-Trilogie, die Mike Sain't Louis in Madrid auf seinem eigenen Label produziert. Die Trilogie entwirft Planeta Gayfolk, einen imaginären Planeten, auf dem sich niemand mehr für sein Anderssein entschuldigen muss. Auf diesem Planeten gibt es Satiren, Balladen, Hymnen und Experimente wie dieses, in denen die Sprache selbst zum Spielzeug wird. Wer die Trilogie entdecken möchte, findet in „Mood“ den vielleicht leichtesten Einstieg: Man braucht dafür nicht einmal Spanisch.
Gerade für Sprachinteressierte, Lehrkräfte oder alle, die gern über Denglisch und Spanglish nachdenken, ist der Track ein amüsantes Fundstück. Man könnte ihn im Unterricht abspielen und fragen, welche der dreißig Wörter im Deutschen gebräuchlich sind. Die Antwort dürfte überraschen: fast alle.
Alle Lieder von Mike Sain't Louis lassen sich kostenlos anhören und herunterladen, ohne Anmeldung, ohne Abo und ohne Kosten. Der Gratis-Shop von gayfolkplanet.com bietet die Titel einzeln an, die Download-Seite von mikesaintlouis.com die vollständigen Alben. Der Text und das Video sind auf der Songseite von gayfolkplanet.com zu finden, und auf mikesaintlouis.com erzählt ein Beitrag mehr über die Entstehung.
Dreißig Wörter, ein Beat, eine Stimmung. Manchmal ist das schon ein ganzes Lied.
- Songtext und Video: https://gayfolkplanet.com/letras/mood
- Entstehung des Songs: https://mikesaintlouis.com/blog/mood
- Kostenloser Shop: https://gayfolkplanet.com/tienda
- Kostenloser Download: https://mikesaintlouis.com/descargas
Über den Künstler: Mike Sain't Louis lebt in Madrid und ist der erste KI-Songwriter: Texter, Komponist und Musikproduzent (Musik und vokale Interpretation mit KI erstellt). Er schreibt, produziert und inszeniert die Videos von Planeta Gayfolk und der GAYFOLK-Trilogie auf seinem Label MIKE SAIN'T LOUIS. Seine gesamte Musik ist kostenlos: https://gayfolkplanet.com/tienda und https://mikesaintlouis.com/descargas